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Schlüsseldienst

Schlüsseldienst bezeichnet einen Betrieb für Dienstleistungen im Bereich der Schließtechnik. Dazu zählt neben der Lieferung und Montage von Schlössern, (individuell gefertigten) Schließanlagen, Tresoren usw. vor allem die Dienstleistung des Türöffnens für Kunden, die in ihr Haus bzw. ihre Wohnung gelangen möchten und den Türschlüssel verloren haben oder die durch eine zugefallene Tür ausgesperrt wurden. Diese Dienstleistung nennt man auch Aufsperrdienst, Schlüsselnotdienst oder Notöffnungsdienst (vor allem dann, wenn sie außerhalb der Ladenöffnungszeit erfolgt). Oft kann ein Schlüsseldienst eine Tür ohne Beschädigung öffnen (siehe "Lockpicking"). Dazu verwendet er das gleiche Aufsperrwerkzeug wie Einbrecher, z. B. einen Dietrich. Wer einen Schlüsseldienst bestellt, sollte vor der Beauftragung die Preise für Anfahrt und Dienstleistung klären; man läuft sonst Gefahr, sehr viel Geld bezahlen zu müssen. In Deutschland haben sich zwei Fachverbände etabliert Interkey (ältester Verband) sowie der Bundesverband Sicherungstechnik Deutschland (BSD). Die Bezeichnung “Schlüsseldienst” ist nicht gesetzlich geschützt; in diesem Segment existiert kein eigenständiges Berufsbild. Mitte der 1960er Jahre begann Mister Minit mit der Eröffnung von Kleingeschäften, die sich auf Schuhbesohlung und Schlüsselfertigung spezialisierten. Bei Errichtung von Einkaufszentren plante man das Geschäftsmodell “Schnellschuster mit Schlüsselschneidstelle” fest ein und vermietete es an selbständige Kleinunternehmer. Für sie etablierte sich allmählich die Bezeichnung Schlüsseldienst mit erweitertem Angebot (fast immer Türöffnungen; teilweise auch Montagen). Die Umbenennung von Schlüsselschneidstellen zum “Schlüsseldienst” führte dazu, dass viele Schlüsseldienste sich in “Sicherheitsfachgeschäft” o. ä. umbenannten (ebenfalls kein geschützter Name ohne eigenständiges Berufsbild). Das Niveau der Betriebe, die sich Schlüsseldienst oder Sicherheitsfachgeschäft nennen, ist mitunter niedrig. Die VdS Schadenverhütung (hervorgegangen aus dem Verband der Schadenverhütung e. V. als Dachorganisation der Versicherer) zertifiziert und überwacht Fachbetriebe für mechanische Sicherungstechnik. Das Spektrum des ursprünglichen Schlüsseldienstes erstreckt sich auf Elemente von Schlosser, Tischler, Glaser und Elektroinstallationshandwerk. Der VdS fordert eine handwerkliche Ausbildung mit Meisterqualifikation in einem dieser genannten Arbeitsgewerke sowie Gesellenstatus der restlichen Gewerke. Betriebe mit VDS - Anerkennung als Errichter für mechanische Sicherheitseinrichtungen können eine gewisse Garantie handwerklicher Qualifikation bieten. Aufgrund dieser hohen Anforderungen gibt es nur relativ wenige solche Betriebe. Mit der Bezeichnung Schlüsseldienst können, je nach Horizont des Verwenders, Betriebe gemeint sein, dessen Bandbreite von einer Schlüsselschneidstelle bis hin zum VDS anerkannten Mechanikerrichter reicht. Zudem offerieren viele Schlüsseldienst-Betriebe die Anfertigung von Schildern und Gravuren. Ein besonderes Problem bei der Suche nach Notdiensten sind die in dieser Branche zahlreich vorkommenden sogenannten "schwarzen Schafe". Sie geben vor oder erwecken den Eindruck (im Internet, in Telefon- und Branchenbüchern oder über Fernsprechauskunfteien), ortsansässig zu sein. Kunden, die sie gutgläubig beauftragen (in der Annahme, das beauftragte Unternehmen sei ortsansässig), sehen sich oft mit Rechnungen für lange und teure Anfahrtwege konfrontiert. Von den bundesweit in Telefonbüchern werbenden angeblich weit über 200.000 örtlichen Unternehmen existieren nach Erhebungen des Deutschen Notdienstanzeigers tatsächlich wohl nur gut 3.500 Betriebe.